Mehr Transaktionen, aktive internationale Käufer und ein neuer Blick der Investoren auf industrielle Substanz. Warum kleinere und mittlere Familienunternehmen jetzt über eine Transaktion nachdenken sollten.
Nach einem schwachen Vorjahr hat der deutsche Markt für Unternehmenskäufe und -verkäufe im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Der aktuelle M&A-Marktbericht von Oaklins Germany zählt 1.490 Transaktionen mit deutscher Beteiligung, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Volumen fällt die Entwicklung noch markanter aus. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet am 2. Juli 2026 unter Berufung auf den Finanzdatenanbieter LSEG von 132 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr und damit von nahezu einer Verdopplung, Dealogic kommt bis Mitte Juni sogar auf 152 Milliarden US-Dollar. Getragen wird die Erholung wesentlich vom Ausland. Übernahmen deutscher Unternehmen durch internationale Käufer nahmen um mehr als 38 Prozent zu, und Deutschland zählt laut Dealogic zu den drei Zielländern mit dem höchsten Volumen ausländischer Zukäufe, begünstigt durch Bewertungen, die im Vergleich zu den USA als moderat gelten.
Bemerkenswert ist, wohin das Kapital fließt. Zwar wuchsen sämtliche zehn größten Sektoren, doch die Gewichte verschieben sich. Der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbereich bleibt mit 351 Transaktionen zwar die aktivste Branche, blieb mit 14 Prozent Zuwachs aber hinter dem Gesamtmarkt zurück und büßte im Verlauf der beiden Quartale Marktanteile ein. Spürbar aufgeholt haben dagegen anlagenintensive Felder wie Maschinen- und Komponentenbau sowie die Energiewirtschaft. Dahinter steht zum einen die Frage, wie Künstliche Intelligenz die Geschäftsmodelle von Softwareanbietern verändert und wie deren Bewertungen darauf reagieren, zum anderen ein gewachsenes Bedürfnis der Investoren nach Verlässlichkeit und greifbarer Substanz. Die FAZ zeichnet dasselbe Bild aus Sicht der Praxis. Marktteilnehmer berichten dort von einem lebhaften Transaktionsjahr vor allem in der klassischen Industrie, während Softwaredeals rar geworden sind und Investoren bei jedem Zielunternehmen zunächst prüfen, wie robust das Geschäftsmodell gegenüber KI ist.
Für kleinere und mittlere Familienunternehmen ist diese Entwicklung eine gute Nachricht. Die Erholung spielt sich überwiegend im mittleren Marktsegment ab, in dem strategische Käufer und Beteiligungsgesellschaften gezielt nach etablierten Betrieben mit eingespielten Kundenbeziehungen, eigener Wertschöpfung und klarer Nischenposition suchen. Überdurchschnittliche Preise erzielen dabei vor allem resiliente, gut planbare Geschäftsmodelle. Zugleich wächst der Handlungsdruck aus der Demographie. Das Nachfolge-Monitoring der KfW vom Januar 2026 erwartet bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 anstehende Nachfolgen im Mittelstand, während etwa jeder vierte Inhaber mangels Nachfolger eine Stilllegung in Betracht zieht. Wer die seit 2019 um rund ein Drittel gestiegenen Kaufpreisvorstellungen tatsächlich realisieren will, erreicht das erfahrungsgemäß nicht über einen zufälligen Interessenten, sondern über einen sorgfältig vorbereiteten Prozess mit mehreren qualifizierten Kaufinteressenten. Das derzeitige Umfeld mit seiner breiten, kapitalkräftigen Käuferbasis bietet dafür so gute Voraussetzungen wie lange nicht.
Wir bei Albia Capital begleiten eigentümergeführte Unternehmen des Mittelstands bei der Nachfolgeplanung und beim Unternehmensverkauf, von der ersten Einordnung der strategischen Optionen bis zur gezielten Ansprache geeigneter Käufer im In- und Ausland. Als Berater, die selbst unternehmerische Verantwortung getragen haben, wissen wir, dass ein Verkauf weit mehr ist als Zahlen-Daten-Fakten. Nehmen Sie daher gern jederzeit ganz unverbindlich und selbstverständlich völlig diskret Verbindung mit uns auf, wenn Sie sich hierzu vertieft austauschen möchten.

